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Thema: Antworten zu Einsteigermikroskopen

 
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Ra_Engelmann



Anmeldung: 12.07.2001
Posts: 37
Wohnort: Magdeburg

BeitragVerfasst am: 24.08.2001, 18:49
   Titel: Antworten zu Einsteigermikroskopen

Antworten mit Zitat

Da es besser hierher passt, hier einige der Antworten auf die Fragen von Chris Westerhaeuser bezüglich Einsteigermikroskop:

> Welche Vergroesserung erreiche ich mit dem Foto-Okular PH 2,5x/10?

Am Mikroskop muss man immer alles multiplizieren, und zwar je nach Ausgang.

Im Fall der visuellen Betrachtung: Objektivvergrösserung x Tubusfaktor x Okularvergrösserung. Zum Beispiel 40x Objektiv x 1,0x Tubusfaktor (eigentlich haben nur ältere Mikroskopbauformen einen solchen Faktor, z.B. 1,5x bei den Bresser/Lomo-Mikroskopen) x 10x Okular = 400-fache Vergrösserung.

Im Fall der Fotografie: Objektivvergrösserung x Tubusfaktor x Kamerafaktor. Zum Beispiel 40x-Objektiv x 1,0x Tubusfaktor x Fotooptik 2,5x = 100-fache Vergrösserung (= Negativvergrösserung; dazu kommt evtl. noch die Vergrösserung des Abzugs).

Eine Fotooptik ist entweder ein Projektiv, oder eine Okular-Optikkombination, oder ein Okular allein. Die Vergrösserungen von Projektiven (meist zwischen 2x und 5x) und Okular-Optikkombinationen (z.B. 10x mal 0,32x) gelten wie aufgedruckt. Bei Okularen allein stimmt der aufgedruckte Wert nicht, da der Tubusauszug (Abstand zur Filmebene) einen grossen Einfluss hat (ist im Ergebniss aber immer geringer als der Okularwert, so 0,3-0,6x des aufgedruckten Werts). Um die Verwirrung zu steigern, werden Projektive manchmal auch Fotookulare genannt. :-)

> Was hat die Fotoloesung 2,5x und 4x, was die von Dir gezeigte Einzelloesung nicht hat?

Man braucht etwa eine Fotooptik 2,5x bis 3,2x um ein formatfüllendes Bild auf das Negativ zu übertragen. Höhere Faktoren sind nur eine leere Nachvergrösserung ohne Auflösungssteigerung. Wenn man es grösser braucht, sollte man immer ein stärkeres Objektiv nehmen, da dann eine echte Auflösungssteigerung eintritt. Mit dem 2,5x Projektiv bekommt man also "bessere" Bilder als mit dem 4x Projektiv. Von daher finde ich die DM 100,-, die das zusätzliche 4x Projektiv kostet, besser in einem zusätzlichen Objektiv 20x oder 60x aufgehoben. Einschränkung: braucht man viel Schärfentiefe, so sind stärkere Kamerafaktoren günstiger.

> Fuer was steht bei "2,5x/10" die 10 (Okular)?

Bei Objektiven bezeichnet die zweite Zahl die Auflösung, angegeben in numerischer Apertur ("Öffnungswinkel"); je höher die Zahl, desto besser. Bei Okularen bezeichnet die zweite Zahl das Sehfeld, als der abgebildete Bereich in mm. Je grösser die Zahl, desto breiter das Bild (bei gleicher Vergrösserung).

> Wenn ich am "normalen Einblick" (Binokular) scharf stelle: ist dann
> automatisch das Kamerabild im dritten Okular auch scharf?

Fast. Bei teuren Mikroskopen stimmt dies perfekt. Die Kamera braucht dann gar keinen Einblick mehr. Bei Mikroskopen unter DM 10.000,- gibt es eigentlich immer eine geringe Abweichung, so dass man besser über die Mattscheibe der Reflexkamera fokussiert.

> Novex K für Aquarianer.

Die Beleuchtung produziert soviel Wärme wie bei allen anderen Mikroskope auch. Wenn Du längere Zeit lebende Organismen mikroskopierst, so wäre z.B. ein Wärmeschutzfilter ratsam. Damit werden die Infrarotanteile des Lichts zurückgehalten. Du legst diesen Filter auf den Lichtaustritt im Stativfuß.

> liege ich als Anfaenger mit diesem Mikroskop richtig oder sollte ich eines der
> anderen empfohlenen Hersteller kaufen?

Das ist Geschmackssache. Das Novex K ist im Prinzip schon ein Gerät für Fortgeschrittene, genauso wie das Göke LC-1. Das Windaus A1 hat etwas weniger Zentriermöglichkeiten und m.E. nach auch schlechtere Objektive, ist aber für den Gelegenheitsnutzer übersichtlicher. Die Okulare sind auch für Brillenträger hervorragend. Am besten wäre wohl ein Nikon YS-100, dieses Mikroskop ist speziell für Einsteiger konzipiert und bietet einige zusätzliche Hilfen, z.B. Objektivmarkierungen am Kondensor. Da kann man eigentlich nichts falsch einstellen. Es kostet aber schon DM 2000,- binokular, und die Fotovariante ist entsprechend noch teurer.

R. Engelmann


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Ra_Engelmann



Anmeldung: 12.07.2001
Posts: 37
Wohnort: Magdeburg

BeitragVerfasst am: 25.08.2001, 12:38
   Titel: Antworten zu Einsteigermikroskopen

Antworten mit Zitat

> Was kann man denn als Anfaenger bei der Bedienung falsch machen?

Der Kondensor ist irgendwie der natürliche Feind des Mikroskopie-Anfängers, neben falschem fokussieren in der Mikrofotografie. Ausserdem wird auch gerne mit dem Immersionsöl rumgepfuscht. Und ein 100er muss es sein. :-)

Soll heissen: Der Kondensor wird gerne als Lichtregelung benutzt, dabei ist er für Kontrast und Auflösung zuständig. Meist wird die Lampe zu hell eingestellt und der Kondensor dann zu stark abgeblendet. Den Kondensor immer nur soweit abblenden, dass man gerade so einen Effekt bemerkt. Dann die Beleuchtung anpassen. Den Kondensor zur Höheneinstellung entweder richtig köhlern, oder zumindest nach oben fahren.

Bei der Mikrofotografie muss man sich flottes und genaues Hin- und Herfokussieren angewöhnen, da man sonst selbst zu stark akkommodiert und Dinge scharf sieht, die der Film eben nicht scharf sieht. Ausserdem sollte man immer die Okularstutzen und den Augenabstand korrekt einstellen, so dass man wirklich mit beiden Augen ein scharfes Bild sieht.

Das 100er Objektiv wird immer als Krönung angesehen, dabei ist es das schlechteste Objektiv. Punkt 1: man braucht Immersionsöl. Dieses muss unbedingt wieder abgewischt werden, wenn man zu einem schwächeren Objektiv wechselt. Mikroskopiert man z.B. Mikroben in einem Wassertropfen, so schwimmt das Deckglas auf dem Wasser. Wenn man jetzt Immersionsöl auf das Deckglas gibt um das 100er zu benutzen, überträgt man alle Fokus- und Tischbewegungen auf das schwimmende Deckglas und das Präparat.

Dazu die Auflösungsbegrenzung der 100er Objektive: die Vergrösserungsgrenze der Apertur (Apertur mal 1000 dividiert durch Objektivvergrösserung) beträgt hier 1250:100=12,5; ein 60er Trockenobjektiv hat dagegen 800:60=13,5, löst also faktisch höher auf, und das sieht man oft auch. Und das ohne Öl.

R. Engelmann


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Detlef Kramer



Anmeldung: 19.09.2001
Posts: 84
Wohnort: Darmstadt

BeitragVerfasst am: 06.12.2001, 08:13
   Titel: Antworten zu Einsteigermikroskopen

Antworten mit Zitat

Ich mische mich sehr spät in diese Diskussion ein, die von viel Erfahrung und Sachkenntnis geprägt ist. Aber was den letzten Absatz angeht:

"Dazu die Auflösungsbegrenzung der 100er Objektive: die Vergrösserungsgrenze der Apertur (Apertur mal 1000 dividiert durch Objektivvergrösserung) beträgt hier 1250:100=12,5; ein 60er Trockenobjektiv hat dagegen 800:60=13,5, löst also faktisch höher auf, und das sieht man oft auch. Und das ohne Öl."

fühle ich mich gezwungen einen Kommentar abzugeben. Die Auflösung des Objektivs hängt praktisch nur von der Apertur ab (sofern andere Abbildungsfehler, wie Öffnungsfehler und Farbfehler nicht stärker sind), d.h. je größer die Apertur desto besser die Auflösung. Das drückt man im Allgemeinen so aus: N.A. x 1000 = förderliche Vergrößerung. Durch die Division durch die Objektiv-Vergrößerung erhält man die maximale Okular-Vergrößerung mit der die förderliche Vergrößerung nicht überschritten wird. Die Auflösung ist mit einem Ölimmersions-Objektiv mit einer N.A. von 1,2 - 1,3 auf jeden Falll besser, als mit jedem Trocken-Objektiv. Ob man allerdings diese hohe Auflösung in der Praxis tatsächlich benötigt, ist eine ganz andere Frage. Immerhin wird die Auflösungssteigerung durch Ölimmersion gelegentlich auch bei Objektiven geringerer Vergrößerung angewandt. Ich erinnere an das legendäre 40x Öl-O. von Reichert (fragen Sie Ihren Kollegen W. Zuschratter!) oder an die Wasserimmersionen 40x und 60x von Leica.

Trozdem bin ich Ihrer Meinung: zuerst sollten Beleuchtung (Köhler ist unabdingbar) und andere Dinge gut gelöst sein, bevor man sich dieses teure i-Tüpfelchen anschafft.


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