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Mikroskopie-Treff.de - Übersicht  -  Mikroskopie
Thema: Flechten 1x1

 
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mguwak



Anmeldung: 27.12.2007
Posts: 67
Wohnort: Eppstein

BeitragVerfasst am: 24.01.2010, 16:33
   Titel: Flechten 1x1

Antworten mit Zitat

Diese Seite wird immer wieder editiert werden und befindet sich noch im Aufbau!

Ich möchte hier ein wenig die Welt der Flechten anderen zeigen.
Es gibt einige Begriffe oder Erklärungen, die ich hier einfach rein schreiben werde. Jeder kann daran mit arbeiten, wenn er möchte.
Fragen oder Änderungen, einfach per PM an mich oder Mail:

mike.guwak[at]flechtenmikroskopie.de [at] durch @ ersetzen.

Es gibt einige Chemikalien die man zum bestimmen von Flechten braucht.
Diese werden in Büchern auch immer wie folgt bezeichnet:

K
Kalilauge. Wenn man an Kalilauge nicht heran kommt, geht auch ein Rohrreiniger, in Pulver Form.
Die meisten enthalten Kalilauge. Aber nur das weiße Pulver nehmen, auf keinem Fall silberne Kügelchen in Wasser lösen.
Der Nachteil ist, dass man je nach Hersteller, Kristalle unter der Probe sehen kann.
K+ = Reaktion durch Färbung
K- = keine Reaktion

C
Calciumhypochlorit. Da es aber nicht so lange haltbar ist, nehmen die meisten Lichenologen Dan Klorix. Das aus der blauen Flasche.
Es ist lange haltbar und bekommt man auch in jedem Geschäft Wink
C+ = Reaktion durch Färbung
C- = keine Reaktion

P
para-Phenylendiamin. Das kann nur über einen Arbeitskreis oder Verein bezogen werden. Da gibt es keinen Ersatz für.
Diese Lösung nur vor einer Untersuchung in wirklich kleinen Mengen (Wenige Tropfen) anfertigen.
P+ = Reaktion durch Färbung
P- = keine Reaktion

J
Jod-Lösung. Kann in jeder Apotheke bezogen werden. Lugol`s Lösung nennen und sie kann es bestellen.
J+ = Reaktion durch Färbung
J- = keine Reaktion

UV
Ultraviolettstrahlung. kurz- (254 nm) u. langwellig (366 nm)

Ich mache die Reaktion immer mit einer Nähnadel. Am Ende haben diese immer eine Öse. Diese Seite tauche ich in die Flüssigkeit ein
und es bleibt genug für einen Test daran haften.

Eine gute Übersicht, der wichtigsten Inhaltstoffe und ihre Reaktionen gibt es im Buch

Volkmar Wirth
Die Flechten Baden-Württembergs Teil 1 Seite 34 bis 36

Hier werde ich noch eine Tabelle rein stellen, die das gleiche wie im Wirth zeigt.

Dünnschnitte von Flechten

Flechtenmaterial kann man mit etwas Übung ausreichend dünne Handschnitte anfertigen und muss somit kein teures Mikrotom anschaffen. Benötigt wird lediglich eine (halbierte) Rasierklinge, ein Stereomikroskop und als Einbettmedium PEG 1500 (Polyethylenglykol).

Man beginnt mit dem getrockneten Material. Vor dem Schneiden legt man das trockene Material für 24 h in eine 20 % wässrige Lösung von PEG 1500. Dann legt man das nasse, mit PEG-Lösung durchtränkte Blatt oder einen Teil davon auf einen Objektträger und lässt das Wasser verdunsten (ca. 24 h). Anschließend ist das Objekt mit PEG imprägniert (eingebettet) und gleichzeitig auf dem Objekträger leicht festgeklebt.

Dann beginnt das Schneiden unter dem Stereomikroskop. Den linken Zeigefinger legt man dazu auf das Objekt und schneidet dann mit der Rasierklinge entlang der Fingerkuppe einmal großzügig einen Streifen ab. Dann hat man eine gerade Schnittkante und von dort aus beginnt man. Wenn man jetzt den linken Zeigefinger ein wenig zurücknimmt oder die Rasierklinge etwas fester an die Fingerkuppe drückt, erhält man einen ersten Schnitt. Etwas Übung braucht man schon und mit der Zeit entwickelt sich ein motorisches Feingefühl, das zu hinreichend dünnen Schnitten führt.

Die Schnitte legt man in 10 % ige PEG Lösung, damit sich das PEG nicht zu rasch wieder auflöst und dabei den Schnitt beschädigt. Querschnitte von Flechten kann man ohne weitere Färbung in Euparal einschließen und dann untersuchen.
Literatur zur Einbettung in PEG findet sich hier:
Halle W (1959): Die Verwendung von wasserlöslichen Polywachsen als Einbettungsmittel in der histochemischen und histologischen Technik. Mikrokosmos Band 48, Seite 275
Schumm F (1965): Präparation der Flechten. Mikrokosmos 54(4):125-127
Schumm F (1968): Bau und Untersuchung der Schriftflechte. Mikrokosmos 57(3):78-79
Schumm F (1971): Die Becherflechte Cladonia furcata. Mikrokosmos, 1971, 60(2):45-46
Türler S (1972): Ein ideales Einbettungsmittel? Erfolge und Schwierigkeiten mit Polyäthylenglykol. Mikrokosmos Band 61, Seite 91
Theiler R (1973): Polyäthylenglykol als Hilfsmittel beim Gefrierschneiden. Mikrokosmos Band 62, Seite 59
Krauter D (1979): Das Kosmos-Mikrotom. 3. Wahl der Objekte. Durchtränkung mit Paraffin oder Polyäthylenglykol. Mikrokosmos Band 68, Seite 144
Jentzen A (1988): Erfahrungen mit Histowachs. Mikrokosmos Band 77, Seite 57
Pareto A (1989): Rasches Einbettungsverfahren für krautige Pflanzenteile in Polyäthylenglykol. Mikrokosmos Band 78, Seite 255
Pareto A (1989): Polyethylenglykol als besonders gut geeignetes Einbettungsmedium für trockene Samenschalen von Leguminosen. Mikrokosmos Band 78, Seit 337
Gruber M (1989): Einbettung von Pflanzenteilen in Polyethylenglykol. Herstellung von perfekten Dünnschnitten mit dem Handmikrotom. Mikrokosmos Band 78, Seite 124
Schumm F (1990): Untersuchung von Leimflechten. Mikrokosmos 79(8.):225-230
Schumm F (1990): Untersuchung von Schlauchpilzen (Ascomyceten) 1. Stigmatea robertiana. Mikrokosmos 79(11): 328-334
Schumm F (1990): Untersuchung von Schlauchpilzen (Ascomyceten) 2. Hysterium pulicare. Mikrokosmos 79(12): 369-372
Schumm F (1991): Untersuchung von Schlauchpilzen (Ascomyceten) 3. Diatrype disciformis. Mikrokosmos 80(4): 117-120
Schumm F (1992): Untersuchung von Schlauchpilzen (Ascomyceten) 4. Pilze auf Dung. Mikrokosmos 81(1): 1-11
Schumm F (1993): Untersuchung von Schlauchpilzen (Ascomyceten) 5. Pilze auf Brennessel. Mikrokosmos 82(3): 161-166


Paraphysen

Text folgt noch.


Einfache Paraphyse am Ende mit gelben Kristallen inkrustiert. (Bild Xanthoria parietina (L.) Th. Fr.)


Paraphysen verzweigt, septiert und an den Enden verdickt. (Bild Caloplaca holocarpa (Hoffm. ex Ach.) Wade)

Weitere Paraphysen folgen.

Asci

Text folgt noch.

Apikalstrukturen


Bilimbia sabuletorum (Schreber) Arnold


Lecanora conizaeoides Nyl. ex Crombie


Physcia stellaris (L.) Nyl.

Weitere Apikalstrukturen folgen.


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