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Mikroskopie-Treff.de - Übersicht  -  Mikroskopie
Thema: Mikropräparation auf Deckgläsern

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 16.09.2011, 08:36
   Titel: Mikropräparation auf Deckgläsern

Antworten mit Zitat

Hier möchte ich vorausschicken, dass ich ausschliesslich mit Bakterien und Pilzen arbeite, die im Haushalt (Blumenvasen, Gartentümpel etc.) vorkommen.

Die Präparation von Krankheitserregern ist Seuchenpolizeilich untersagt!!
Hierfür benötigt man eine spezielle Einrichtung, Erfahrung mit solchen Erregern und eine amtliche Spezialbewilligung.

In der Mikrobiologie ist es ratsam, dass man Bakterien oder Pilze nicht auf einen Objektträger streicht, sondern direkt auf ein Deckglas gibt.

Man legt ein Deckglas auf eine Kultur und drückt leicht darauf.
Dann hebt man es weg und verstreicht den Belag mit einem
zweiten, das man am ersten sorgfältig dreht (Gummihandschuhe tragen). So hat man zwei
Deckgläser für die nachfolgende Präparation.

Dann kann man die Deckgläser im Formalindampf fixieren (ca. 30 Min.). Am Besten ist es, wenn man das im Vakuum macht, dann kommen die Formalindämpfe einen nicht in die Nase (siehe Bild).

Zum Färben benutze ich einen Objektträger, auf den ich ein Uhrglas mit einem Loch in der Mitte lege. In dieses Uhrglas kommt das zu färbende Deckglas hinein. Das Ganze lege ich auf eine Glasschale, die nicht grösser als der Objektträger sein darf, damit der Farbstoff nicht in den Wärmeschrank tropft.
Zuletzt lege ich, zur Verhinderung allzu starker Verdunstung, ein Uhrglas ohne Loch über das Deckglas.

Als Farbstoffe dienen:

a) für Bakterien:
- Methylenblau, Löffler
- Karbolfuchsin
- u.a.m.

b) Für Pilze:
- Lactophenolblau
- Pianesefärbung
- Karbolfuchsin
- u.a.m.

Nun kann der Färbeprozess beginnen. z.T. müssen die Farbstoffe erwärmt werden (Wärmeschrank).

Nach der entsprechenden Färbezeit wird das Ganze in der Färbewanne vom überschüssigen Farbstoff befreit. Nun kommt der Vorteil vom Uhrglas mit Loch zum Tragen.
Ich kann spülen, so viel ich will, das Spülwasser läuft durch das Loch weg und verursacht keine Überschwemmung über das Uhrglas.

Nun kann das Deckglas entweder an der Luft oder im Wärmeschrank getrocknet werden. Während dieser Zeit wird ein Objektträger mit Einschlussmittel bereitgestellt.
Sobald das Deckglas trocken ist, wird es mit der Bakterien-/Pilzsporenseite nach unten auf den Objektträger gegeben.

So kleben die Bakterien-/Pilzsporen am Deckglas und nicht auf dem Objektträger. Das hat den Vorteil, dass man mit Ölimmersionen das grösste Auflösungsvermögen erzielen kann. Die geringe Tiefenschärfe von diesem Objektiven wird nicht durch das Einbettharz aufgebraucht. Die Bakterien-/Pilzsporen liegen direkt unter dem Deckglas.

Das Einbetten erfolgt auf die übliche Art. Zuerst wird das Präparat ohne Gewicht vakuumiert. Dann wird ein kleines Gewicht darauf gelegt und nochmals vakuumiert. Dank dieser Methode sind meine Präparate praktisch frei von Luftblasen.

Wenn fertig vakuumiert ist, werden sie mit einem grösseren Gewicht (57g) eine Nacht lang getrocknet. Am nächsten Morgen wird das überschüssige Einbettharz um das Deckglas herum, entfernt – und schon ist das Präparat bereit für Beobachtungen.

Das schnell trocknende HISTOFLUID, ist praktisch für alle Mikropräparationen geeignet. Es hat einen Brechungsindex von 1,51 und gibt gegenüber den Farbstoffen keine Reaktion ab.
Zudem ist es glasklar und man kann schon eine halbe Stunde, nachdem man ein Präparat eingedeckt hat, mikroskopieren.

Mit diesem Eindeckmittel habe ich schon 45 Farbstoffe getestet, ohne, dass unliebsame Veränderungen aufgetreten sind.

Die langen Wartezeiten von den üblichen Eindeckmitteln, die z.T. leicht gelblich sind, und grausam riechen, ist für mich zu Ende.

ANMERKUNG:
Die Deckglaspräparation hat noch einen Vorteil.
Bekanntlich haben Phasenkontrastobjektive eine äusserst geringe Tiefenschärfe.
Die Entfernung zwischen Objekt und Objektiv ist mitverantwortlich, wie gross die Farbsäume sind.
Mit anderen Worten, je näher das Objekt am Objektiv ist, desto weniger Farbsäume entstehen.
Wenn das Objekt direkt unten am Deckglas klebt, hat es die Möglichtkeit, mit kaum sichbaren Farbsäumen zu sein.
Das ist für Bakterien, die man mit stark bergrössernden Ölimmersionen betrachtet, von ausschlaggebnder Wichtigkeit.

Haben Sie Fragen?
Nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

walter.naenny@bluewin.ch



DECKGLASMETHODE.jpg
 Beschreibung:
Der Unterschied zwischen der Deckglasmethode und der herkömmlichen Präpariermethode auf einem Objekkträger.
Schematisch dargestellt.
 Dateigröße:  29.94 KB
 Angeschaut:  909 mal

DECKGLASMETHODE.jpg



Formolfixierung von Pilzen und Bakterien 30 Minuten.jpg
 Beschreibung:
Anordnung für eine Bedampfung und spätere Färbung von einer Pilzprobe:
Deckglas mit Pilzprobe.
Uhrglas mit Loch.
Objektträger als Brücke.
Petrischale mit der Formalinlösung.
 Dateigröße:  99.56 KB
 Angeschaut:  901 mal

Formolfixierung von Pilzen und Bakterien 30 Minuten.jpg



Vakuumbedampfung 003.jpg
 Beschreibung:
Formolbedampfung von Pflanzenschnitten im Vakuumverfahren.
 Dateigröße:  58.15 KB
 Angeschaut:  890 mal

Vakuumbedampfung 003.jpg




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