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Mikroskopie-Treff.de - Übersicht  -  Mikroskopie
Thema: Umgang mit Agarkulturen

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 05.11.2011, 14:11
   Titel: Umgang mit Agarkulturen

Antworten mit Zitat

Dieser Bericht lehnt sich an den mit dem Titel:

„In einem unsterilen Raum, steril arbeiten.“

Alle vier Bereiche haben eines gemeinsam – SAUBER ARBEITEN!


- A) Bakterien:
Für eine taugliche Bakterienzucht kann der CASO Universal-Bakterienagar MERCK eingesetzt werden.

Diese kann mit einer Impföse aus Platin, auf Platten aufgetragen werden.
Es ist nicht nötig, zu viel Material auf eine Platte zu geben. Nach zwei Tagen sieht man schnell wie sie sich vermehrt haben.
Dann werden sie mit dem Boden nach oben in einen Inkubator gegeben -
ACHTUNG das Datum und den Inhalt genau anschreiben.

Für Reinkulturen wird von jedem Bakterientropfen eine Probe auf eine neue Platte geimpft.

Beim Öffnen der Petrischalen fliegen die Bakterien nicht so wild herum, wie die Pilzsporen.


- B) Pilze:
Für eine taugliche Pilzzucht kann der KIMMIG Universal-Pilzagar von MERCK eingesetzt werden.

Die Pilze kann man mit einer Impföse aus Platin auf Platten aufgetragen werden.
Dabei muss man nicht nach Hyphen (graben) schon ein behutsames Überstreichen der Kultur gibt genügend Sporen ab, um später eine gute Kultur zu bekommen.
Seien Sie nicht erstaunt, wenn Sie nach dem Impfen auf der Platte NICHTS sehen. Nach zwei Tagen sieht die Sache schon ganz anders aus.
Dann werden sie mit dem Boden nach oben in einen Inkubator gegeben -
ACHTUNG das Datum und den Inhalt genau anschreiben.

Zur Reinigung der Kultur wird von jedem Pilzpunkt eine Sporenprobe auf eine neue Platte geimpft. Mit der Zeit bekommt man Reinkulturen.

Öffnen Sie die Petrischale vorsichtig. Jeder Windstoss lässt Sporen fliegen.


- C) Algen:
Algen sind nicht so einfach zu kultivieren

Am Besten setzt man den KSE-Agar ein.
KSE heisst KNOP-Lösung / Solutio isotonii / Erdabkochung
Das Mischungsverhältnis:
- Solutio isotonii 84,0 Teile
- Erdabkochung 7,5 Teile
- Knop-Lösung auffüllen auf 150,0 Teile
Die fertige Lösung wird – vor dem Erhitzen - mittels Membranfilter sterilfiltriert.
Diese sterile Lösung kann mit 1,50 Gramm reinem Agar-Agar geliert werden.

Die Algen müssen von anhaftenden Kahmhautbakterien gereinigt werden.

Das geht so:
- a) Zuerst werden die Algen in einer Zentrifuge verdichtet (ca. 4’000G).
- b) Das überstehende Wasser wird sorgfältig abgegossen (dekantieren) und mittels Membranfilter sterilfiltriert.
- c) Die Algenprobe wird mit dem sterilen Wasser wieder aufgeschlämmt und wieder zentrifugiert.
- d) Das überstehende Wasser wird wieder sterilfiltriert.
Wenn man diese Prozedur zwei oder drei Mal wiederholt, wird der Bakterienbestand gewaltig gelichtet.

Zuletzt werden die Algen mittels steriler Pipette (2-Propanol – Wärmeschrank) auf die Platten überimpft.
ACHTUNG – die Platten nicht mit grünen Punkten überfüllen!

Wenn man nur wenig Tümpelwasser zur Verfügung hat, kann man mit steriler Solutio isotonii ergänzen.


- D) Sporen von Kleinkryptogamen:
Die Sporen der Kleinkryptogamen sollen zuerst mit 3% Wasserstoffperoxid dekontaminiert werden.
Das 30% Wasserstoffperoxyd muss mit Solution isotonii 1:10 verdünnt werden. Die Sporen bleiben bis zu 3 Stunden in der Lösung.
Manchmal benötigt man eine Zentrifuge um die Oberflächenspannung der Sporen zu überwinden (6’000G).

Dann werden sie mit Hilfe der Zentrifuge vom 3%igen Wasserstoffperoxid befreit und bilden in steriler Solution isotonii eine Suspension.
Diese Suspension wird DÜNN auf den KSE-Agar geträufelt (sterile Pipette).
Anschreiben mit Inhalt und Datum.


- E) Einige Begriffe:
- Solutio isotonii ist physiologische Kochsalzlösung 9‰ in dest. Wasser

- Inkubatoren – sind verschliessbare, lichtdurchlässige Gefässe.
Um die Feuchtigkeit aufrecht zu erhalten, werden sie mit einer Petrischale mit Wasser bestückt.
Es gibt Messsonden, die man zu den Agarplatten in diese Inkubatoren legen kann. Diese messen die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur über eine bestimmbare Zeit hinweg. Dann kann man per EDV die Messwerte auswerten.
So gibt es eine gute Überwachung vom Klima in den Inkubatoren.
Die Temperatur soll 37°C nicht übersteigen.
Die Luftfeuchtigkeit darf hoch sein, damit die Agarplatten nicht austrocknen.

Eine habe ich auf einem Fensterbrett. Dort scheint zeitweise die Sonne hin. Der Inhalt sind Sporen von Kleinkryptogamen und Algen. Das einfallende Licht genügt für die Assimilation. Doch sind sie bei Zimmertemperatur gehalten.

Die zweite liegt auf dem Kühlkompressor und nutzt dessen Abwärme. Dort werden Bakterien und Pilze gezüchtet. Diese brauchen mehr Wärme als Licht. Die temperatur genügt für eine rassige Entwicklung.

Wer Platz und Geld hat, kann sich auch einen grossen, thermosatisierten Inkubatorschrank leisten. Doch dann muss er auch entsprechend viele Proben produzieren. Nur für zwei Petrischalen sind diese dann doch zu aufwendig.

- 4’000G/6’000G = Tourenzahlen von einer Zentrifuge!


Haben Sie Fragen?
Nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

walter.naenny@bluewin.ch



28102008003.jpg
 Beschreibung:
Ein Inkubator mit vier Agarplatten.
Der Rand wird zwecks Abdichtung mit Schlifffett GLISSEL bestrichen.
 Dateigröße:  90.49 KB
 Angeschaut:  902 mal

28102008003.jpg



28102008004.jpg
 Beschreibung:
Ein Plexiglasrost, der im Inkubator vier (fünf) Petrischalen trägt.
Unter dem Rost liegt eine halbe Petrischale mit Wasser für die Luftfeuchtigkeit.
 Dateigröße:  39.39 KB
 Angeschaut:  861 mal

28102008004.jpg



28102008005.jpg
 Beschreibung:
Eine wasserdichte Klimasone für Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Dank der Software kann man sie programmieren.
Sie kann bis zu 2 Millionen Daten speichern.
 Dateigröße:  22.06 KB
 Angeschaut:  887 mal

28102008005.jpg




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