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Thema: Umgang mit Chemikalien in der Mikroskopie

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 01.02.2012, 18:30
   Titel: Umgang mit Chemikalien in der Mikroskopie

Antworten mit Zitat

Meine Ausbildung als Drogist hatte mich in Grossapotheken geführt, wo ich mich um Chemkalien, Heilpflanzen, Hausspezialitäten, Verpackungsmaterial und Sanitätsdienst kümmern musste.

Aus diesem Grund möchte ich gewisse Erfahrungen an Privatleute in der Mikroskopie weitergeben. Ich selber führe jetzt, wo ich pensioniert bin, ein eigenes Laboratorium für verschiedene Richtungen - insbesondere aber für die Mikroskopie.

Die Mikroskopie bedingt, dass man gute Kenntnisse über die Chemikalien hat, die man für die Präparation verwendet.

Bei unsachgemässer Handhabung gibt es vier verschiedene Kategorien von Schädigungen:
a) Feuergefahr
b) Giftig
c) Ätzend
d) Intensives Färbeverhalten
e) Explosionsgefahr

Hinzu kommt noch, dass einige Substanzen umweltschädigend wirken können.

Alle diese Schadengefahren werden auf den Packungen mit speziellen Symbolen markiert.
Doch diese Symbole muss man kennen.
Dafür gibt es auf GOOGLE Listen (Gefahrensymbole) mit den Erklärungen von diesen Symbolen.

Wie können wir uns verhalten, dass mit diesen Substanzen nichts passiert?
a) Feuergefährliche Flüssigkeiten sollten nur in kleinen Mengen in der Wohnung aufbewahrt werden, der Vorrat gehört in den Keller (Vorschriften der Feuerpolizei einhalten).

b) Das Selbige gilt für giftige Stoffe (Vorschriften vom Gesundheitsamt).

c) Auch für ätzende Stoffe gilt das gleiche Verhalten.

Man soll sie ausnahmslos unter Verschluss aufbewahren.
Die Chemikalienschränke sollen unbrennbar und abschliessbar sein.

Bei Stoffen mit intensivem Färbeverhalten ist äusserste Sauberkeit geboten. Am Besten ist, wenn man Kleider trägt, bei denen es nicht darauf ankommt, wenn ein Tropfen auf sie fällt.
Zudem sind Gummihandschuhe von Vorteil, damit man die Hände nicht verkleckst. Zum Teil können diese Substanzen, hier spreche ich die Mikrofarbstoffe an, krebserregend sein, wenn man sie in den Mund bekommt.

Expolsionsgefährliche Stoffe sollte man NICHT in Pulverform halten. Schon das Herauskratzen aus einem Gefäss, mit einem Spatel, kann eine Explosion verursachen. Das hat schon vielen Chemikern eine Hand oder einen Arm gekostet.

Ich kann die Kontaktnahme mit einem Giftinspektorat und mit der Feuerpolizei empfehlen. Auch diese haben eine Fülle von wertvollen Informationen.

Sollte trotzdem etwas passieren, hat man das Alibi, dass man sich erkundigt hat, und somit keinen Leichtsinn getrieben hat.

Für meine A-A Reaktionen hatte ich sogar den Kantonsarzt avisiert. Mit ihm konnten wir dann festlegen, was ich darf, und was nicht.
Der Erfolg für meine Versuche waren trotzdem gewährleistet.

Wir selbst können mit Aufmerksamkeit, Vorsicht und absolut reinem Arbeiten unliebsame Zwischenfälle verhindern.

In Sachen Zwischenfälle:
Letzten Herbst hatte ich, seit 44 Jahren, meinen ersten „Farbenunfall“ gehabt.
Ich wollte Pikronigrosin lösen. Hatte aber gesehen, dass es sich kalt nicht ganz gelöst hat – also auf die Heizplatte damit.
In dem Moment wurde mir das Mittagessen geliefert.
Den Erlenmeyerkolben hatte ich vergessen – nur bis zum Knall. Dann konnte ich mir die Bescherung ansehen.
Das halbe Zimmer war verspritzt. An der Decke zeigte sich ein riesiger, grüner Flecken. Man konnte sogar beobachten, wie die Farbe heruntergetropft ist. An der Wand waren Spuren von herablaufendem Farbstoff und alle Gerätschaften in der Umgebung hatten grüne Spritzer abbekommen. – der Erlenmeyerkolben blieb ganz.
Allein das Reinigen von den Geräten dauerte mehr als drei Stunden.
Die Ursache war ein Siedeverzug, der sich plötzlich entspannt hatte.
Wie hätte ich das verhindern können?
a) Ich hätte einen Magnetrührer ins Gefäss geben sollen – dann hätte die Bewegung vom Rührer den Siedeverzug verhindert.
b) Ich hätte keinen Stopfen auf den Erlenmeyerkolben geben sollen – dann wäre der Siedeverzug nicht verspritzt, sondern mehr verpufft.
c) Ich hätte abstellen sollen, sobald ich den Ausläufer gesehen hatte.

Dann ist auch noch zu empfehlen, dass man nicht allzu viele Chemikalien zu Hause hortet. Diese veralten auch. Oder sie werden feucht, wenn man die Gefässe nicht immer gewissenhaft schliesst.

Behalten Sie die Chemikalien möglichst in ihren Originalgefässen.
Wenn man Lösungsmittel in kleineren Mengen im Labor aufbewahrt, soll man die Flaschen sauber anschreiben und mit dem Vermerk versehen:

„Nur für technische Zwecke“

So ist man fein raus, wenn etwas passieren würde.
Ich habe mir 1'000 rote Streifenetiketten mit schwarzer Schrift machen lassen. Diese sind auf ALLEN meinen Flaschen aufgeklebt.

Wenn man solche Behälter lose herumstehen hat, gefährdet man auch die Mitmenschen.

Ein wichtiger Grundsatz heisst, dass man KEINE Chemikalien in einer Küche halten soll. Die Küche ist zum Essen, und das Labor ist für die Forschung. Beides kann man nicht im gleichen Raum halten.

Zur Entsorgung ist das zuständige Entsorgungsamt zu konsultieren. Die meisten Substanzen gehören in die Gruppe von Sondermüll.

Heute gibt es Firmen, die zu jeder Chemikalie ein Begleitschreiben hinzufügen. Diese sind so lange aufzubewahren, bis man eine neue Packung kauft.

Bei der Firma MERCK AG gibt es eine Fülle von Informationsmaterial, wie man mit Chemikalien umgehen soll. Man kann dort, über das Internet, nachfragen.
Vor Jahren hatte diese Firma eine CD herausgegeben, wo Hunderte von Chemikalien nach allen möglichen Kriterien beschrieben sind.
Vielleicht kann man diese noch bekommen.


Glossar für Auskunftsquellen (nicht vollständig):

Über Chemikalien:
- Namen von der Chemikalien CD von MERCK – CHEM DAT.
(Vielleicht mit Schutzgebühr)

- MERCK Katalog als umfassendes Nachschlagewerk über Chemikalien.
(Gratis)

- Internetanfragen bei der Firma MERCK AG, Deutschland:
http://germany.merck.de/de/unternehmen/merck_in_deutschland/merck_in_deutschland.html

- Internetanfragen bei der Firma MERCK AG, Schweiz:
http://www.merck.ch/de/index.html

- Internetanfragen bei der Firma MERCK AG, Österreich:
http://www.merck.at/de/index.html

Über Farbstoffe:
http://www.chroma.de/

Haben Sie Fragen?
Nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

walter.naenny@bluewin.ch


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