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Mikroskopie-Treff.de - Übersicht  -  Mikroskopie
Thema: Die Membranfiltration im Mikrolaboratorium

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 29.12.2011, 19:01
   Titel: Die Membranfiltration im Mikrolaboratorium

Antworten mit Zitat

Die wohl beste Filtermethode für viele Anwendungen ist die Methode mit Membranfiltern.
Die Filter tragen nicht auf und haben trotzdem eine enorme Stabilität im Filtrationsprozess.
Zudem kann man mit ihnen sauber und steril arbeiten.

Sie bestehen aus hauchdünnen Polymerisaten und weisen eine bestimmbare Porengrösse auf.
Die Dicke von einem solchen Filter liegt bei wenigen µ.
Sie werden plan eingesetzt. Dazu gibt es spezielle Filterhalter aus Kunststoff oder Edelstahl.
Der Durchmesser von diesen Filtern reicht von 4mm bis zu 14cm – oder mehr. Wobei bei grösseren Filterflächen schnell Probleme auftreten können.
Für das Mikrolaboratorium kommen Durchmesser von 4mm / 13mm / 25mm und 50mm in Frage.
Die gebräuchlichsten Porengrössen liegen bei 0,45µ ,1,20µ, 3,00µ und 12,00µ.

Die beiden Sorten 0,45µ und 1,20µ werden für die Dekontamination von Tümpelwasser eingesetzt. Sie sind Bakterien- und Sporensicher.

Das 3,00µ Filter dient zur Partikelfiltration von Mikrofarbstoffen.

Das 12,00µ Filter dient zur Trennung von grossen Partikeln und Bakterien.

Für die Routine oder wenn man den Filterrückstand nicht benötigt, können verschlossene Einwegfilter verwendet werden. Diese sind wesentlich billiger als die losen mit ihren teuren Filterhaltern.

Möchte man aber den Filterrückstand kontrollieren, müssen lose Filter in Filterhaltern eingesetzt werden. Die Besten sind die aus Edelstahl. Diese kann man Hitze sterilisieren, halten dicht und ermöglichen eine stabile Filtration.

Mit Glasfaser Vorfiltern verhindert man das Verstopfen vom Membranfilter.

Die Membranfilter werden nach dem Druck- oder dem Vakuumverfahren eingesetzt.

Um den richtigen Filtrationsdruck erzeugen zu können, kann man Einmalspritzen von 5ml, 10ml oder 20ml verwenden. Sie müssen einen Luer-Lockanschluss haben, damit man den Filterhalter richtig aufschrauben kann.
Es können aber auch Spritzenpumpen, wie sie die Firma SOCOREX offeriert, zum Einsatz kommen.

Zudem kann ein Dreiwegventil mit einem Schlauch und einem Rückschlagventil zwischen die Spritze und den Filterhalter montiert werden. Das ermöglicht eine kontinuierliche Filtration, wobei man die Spritze gut im Griff haben muss.

Wo können diese Filter Verwendung finden:

a) In der Filtration von Tümpelwasser (Dekontamination).
Das Verfahren hat den Vorteil, dass man das Wasser nicht
erhitzen muss, was zu chemischen Veränderungen führen
kann.
Die Membranfiltration ist für die Lagerung von Plankton
schlechthin die beste Methode um eine Kahmhautbildung zu
unterbinden, ohne das Tümpelwasser chemisch zu
verändern.
Da hier grössere Mengen Wasser filtriert werden müssen,
kann man Einwegfilter mit einer Porengrösse von 1,20µ
anwenden.

b) In der Filtration von Mikrofarbstoffen.
Man kann sauber arbeiten und hat eine Garantie von
partikelfreien Farbstoffen.
Auch hier setzt man am Besten Einwegfilter (3,00µ) ein.
Allerdings verfärbt sich der Schlauch vom Dreiwegventil bis
zur Unbrauchbarkeit. Den lässt man am Besten weg.
Man kann die Spritze mit dem Farbstoff füllen, und den
Einmalfilter direkt an diese anschrauben.
Die ganze Prozedur muss man halt einige Male wiederholen.

c) In der Filtration von Flüssigkeiten für Agar- oder Flüssigkulturen.
Hier werden ausschliesslich Filter mit einer Porengrösse von
1,20 bis 1,45µ verwendet.
Dabei kommt es nicht darauf an, ob man Einwegfilter oder
lose Filter mit Filterhaltern verwendet.
Wichtig ist, dass man sterile Verhältnisse schafft.

d) Bei der Trennung von Bakterien und Pilzsporen von Partikeln und Plankton.
Hier hat das 12µ Filter seinen Platz. Bei dieser Porengrösse
werden die Bakterien/Sporen durchgelassen, und die
grösseren Partikel bleiben zurück. Diese Prozedur wird mit
Vakuum ausgeführt. Dazu benötigt man eine Saugflasche,
eine dichtende Gummimanschette und einen Büchnertrichter
für den Membranfilter.
Anschliessend muss die Bakteriensuspension bei 9'000 G
verdichtet werden. Das bedingt eine Zentrifuge mit einem
Fassungsvermögen von ca. 6x75ml. Es wird mehrstufig
zentrifugiert, wobei das Volumen immer mehr eingeengt
wird. Zuletzt beträgt das Volumen mit der
Bakteriensuspension nur noch ca. 5ml.

ACHTUNG!
Für die Zentrifugation mit hohen Touren dürfen keine
Glasröhrchen benutzt werden. Die können bei touren über
6000 G pulverisiert werden!

e) Meine Farbstoffe habe ich in 5ml Einmalspritzen aufgezogen.
Der Vorrat ist in Penizillingläsern zu 20ml verstaut. Den
Farbspritzen habe ich Filter mit 13mm Durchmesser
vorgeschaltet. So bin ich ganz sicher, dass keine Partikel auf
einen Schnitt kommen.

f) Zuletzt kann ein loses Membranfilter mikroskopiert werden.
Das geht so:
- Zuerst wird ein steriles Filter in den Edelstahlfilterhalter
(ohne Glasfaservorfilter) gegeben und Hitzesterilisiert.
- Dann wird das zu prüfende Wasser damit filtriert.
- Das Filter wird sorgfältig aus dem Filterhalter gehoben und
in der Wärme sorgfältig getrocknet.
- In der Folge wird es in ein Uhrglas mit einer Farblösung
gebracht (Diachrom oder Fuorochrom).
- Dann wird es wieder sorgfältig gespült, bis kein Farbstoff
mehr abgeht.
- Es wird wieder sorgfältig in der Wärme getrocknet.
- Dann wird das Filter auf einen Objektträger gelegt der mit
Immersionsöl belegt ist.
Man soll das Immersionsöl NICHT auf den Filter träufeln.
Man soll den Filter unten her glasklar machen.
Es wird sofort wasserklar. Dann kann ein Deckglas
aufgelegt und mikroskopiert werden.
Die gefärbten Bakterien/Sporen erscheinen, je nach
Farbstoff, mehr oder weniger kontrastreich.
Um das Deckglas zu fixieren, gibt man am Rand etwas
Schnelleindeckmittel (HISTOFLUID) hin. Nach wenigen
Minuten kann mit der Ölimmersion beobachtet werden,

g) Die Möglichkeiten von diesen Filtern sind mit meinen Ausführungen noch nicht ausgeschöpft.

Doch für meine Zwecke genügen diese Methoden aber vollumfänglich.


Haben Sie Fragen?
Nehemen Sie mit mir Kontakt auf!

walter.naenny@bluewin.ch



P1260006_hf.jpg
 Beschreibung:
Ein Membranfilter, das von links her mit Immersionsöl glasklar gemscht wird.

Oben ein trockenes Filter.
 Dateigröße:  22.48 KB
 Angeschaut:  628 mal

P1260006_hf.jpg



Spritzentechnologie 004.jpg
 Beschreibung:
Ein Farbstoffgefäss. Ganz links eine Farbstoffspritze mit einem 13mm Filter vorgeschaltet.
 Dateigröße:  78.34 KB
 Angeschaut:  938 mal

Spritzentechnologie 004.jpg



Spritzentechnologie 009.jpg
 Beschreibung:
Spritzenpumpe mit einem Filterhalter 25mm, aus Edelstahl.
In der Schlauchschleife liegen zwei Membranfilter 25mm.
 Dateigröße:  65.53 KB
 Angeschaut:  951 mal

Spritzentechnologie 009.jpg




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