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Mikroskopie-Treff.de - Übersicht  -  Mikroskopie
Thema: Planktonaufbereitung

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 30.12.2011, 08:16
   Titel: Planktonaufbereitung

Antworten mit Zitat

Es spielt keine Rolle, ob man Plankton aus dem Pelagial (freie Wasserfläche) oder aus dem Bental (Uferzone) schöpft. Beide Zonen von einem Gewässer, liefern nur spärlich Plankton – auch wenn man ein Planktonnetz einsetzt. Zudem sind die Proben mit Bakterien und Pilzsporen stark durchsetzt.

Um reine Kulturen zu bekommen, muss man zuerst das Plankton von den Bakterien/Sporen trennen.
Dann muss man versuchen, die Plankter von den Schwebestoffen zu trennen.
Zuletzt sollte man versuchen, die Planktonsuspensionen möglichst lange am Leben zu erhalten.

Um diese Ziele zu erreichen sind einige Gerätschaften notwendig:
- Fertige Planktonnetze
- Planktonnetzgaze
- Plastikgefässe mit min. 500ml Fassungsvermögen.
- Eine Zentrifuge mit einer Ausschwingung bis 9'000 G.
- Geeignete Zentrifugenröhrchen, die den Druck von
9'000 G aushalten.
In verschiedenen Grössen (75ml / 50ml / 15ml /
3,5ml).
Glasröhrchen explodieren über 6'000 G.
- Glasfritten, bei denen die Siebplatten durch
Planktonnetzgaze ersetzt werden können.
- Sterile Petrischalen oder Glasdosen (keine
Kunststoffdosen).
- Bakteriensichere Membranfilter (1,20µ).
- Filterspritzen mit Luer Lock Ansatz.
- Sterile Erlenmeyerkolben.
- Agarplatten für Pilzzuchten (z.B. KIMMIG),
solche für Bakterienzuchten (z.B. CASO) und
solche für Planktonzuchten (z.B. KSE).
- Verschliessbare Behälter, die als Feuchtkammern
dienen können.
Für Plankton müssen diese lichtdurchlässig sein.


Vorgehen:

An einem Gewässer werden Gefässe mit Wasser gefüllt (ca. 500ml).
Dann wird mit dem Planktonnetz genügend Plankton geschöpft. Das Schöpfgut wird zusätzlich in einem separaten Gefäss (500ml) nach Hause genommen.
Man kann auch die beiden Wasserzonen getrennt nach Hause nehmen.
Mit Material sollte man nicht sparen.

Zu Hause muss zuerst für steriles Tümpelwasser gesorgt werden. Das heisst, dass man das Wasser ohne Plankton mit einem Membranfilter (1,2µ) in sterile Erlenmeyerkolben filtriert.

Dann wird das Schöpfgut von den Bakterien und Pilzsporen getrennt. Das erfolgt zuerst mit einer Glasfritte, die an Stelle von der Glasplatte ein Stück Netzgewebe von einem Planktonnetz enthält.
Der Rückstand auf dem Planktonnetz (das Plankton) wird sofort in einer Glasdose mit sterilem, reinem Tümpelwasser ausgeschwenkt. Nun ist das Plankton in sauberem Tümpelwasser.
Um ganz sicher zu sein, dass nur noch wenige Bakterien vorhanden sind, kann man die Planktonsuspension mittels Zentrifuge (4'000 G) verdichten, das Wasser oben abschöpfen und neues, reines Tümpelwasser hinzu geben.

Die Suspension wird auf KSE-Agarplatten gegeben (sterile Pipette).
KSE-Agar = Knop-Solutio isotonii-Erdabkochungs-Agar.
Dieser Agar ist selbst her zu stellen.

Bei Bedarf kann man das Plankton dermassen verdichten, dass es nur noch in wenigen Millilitern Tümpelwasser platz hat. Doch dann werden die Agarkulturen allzu üppig ausfallen, und die Kulturen verderben schnell (Überangebot an Eiweiss und Stickstoffhaltigen Substanzen).

Die Agarplatten werden in einer Feuchtkammer am Licht aufbewahrt. Dabei ist zu beachten, dass sie nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sind.
Die Platten dürfen NICHT, wie bei den Bakterien und Pilzen, umgekehrt werden!

Die übrige Planktonsuspension kann in Sterilen Behältern aufbewahrt werden. Diese Behälter haben einen runden Boden. Das ist der Vorteil, dass sich das Plankton dort sammelt. So muss man nicht lange "fischen" - was z.T. segr viel Zeit in Anspruch nimmt.
Ich habe sie in Portionen zu 35ml, in einer Kühlanlage aufbewahrt. Einige Proben simnd schon 6 Monate alt, und weisen keinerlei Kahnhaut auf.

Beim übrigen Wasser von der Probe werden mittels Zentrifuge die Bakterien und Pilzsporen, bei 9'000 G, so weit verdichtet, dass es eine Suspension von wenigen Millilitern gibt.

ACHTUNG!
Unter Umständen können Sie im Zentrifugenröhrchen keine Ansammlung von de Bakterien beobachten. Darum ist Vorsicht geboten, wenn man das überschüssige Wasser abschöpft. Man könnte viele Bakterien verlieren.

Die Verdichtungsstufen und Zentrifugengänge sind z.B.:
- 6x 75,0ml Wasser zentrifugieren und den Rückstand
in 3x50ml Röhrchen abfüllen.
- 3x 50,0ml Wasser zentrifugieren und den Rückstand
in 3x 15,0ml Röhrchen abfüllen.
- 3x 15,0ml Wasser zentrifugieren und den Rückstand
in 2x 3,5ml Röhrchen abfüllen.
- 2x 3,5ml Wasser als Ausgangskonzentration für die
Zuchten.

Kein Röhrchen darf aus Glas sein. Diese würden bei solch hohen Touren (9'000 G) explodieren.

Von den beiden 3,5ml Röhrchen werden einige Tropfen auf je zwei Agarplatten gegeben (Sterile Pipette):
a) KIMMIG-Agar für Pilze.
b) CASO-Agar für Bakterien.

Diese Agarplatten werden auch wieder in Feuchtkammern gegeben. Im Unterschied zum Plankton müssen diese Platten nicht dem Licht ausgesetzt werden. Zudem können diese Platten mit dem Agar nach Oben gelegt werden. Das verhindert das Austrocknen der Platten.

Einen Teil der Bakterien kann mittels Membranfilter unter dem Mikroskop angeschaut werden. Die Methode dazu findet man im Bericht über die Membranflitraion.

Haben Sie Fragen?
Nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

walter.naenny@bluewin.ch



Für den Tümpel zu Hause.jpg
 Beschreibung:
Für Planktonproben aus dem Gartenteich ist diese Planktonnetz geeignet. Es bestekt aus einer Filmdose ohne Boden und einem Stück Gaze von einem Planktonnetz.
Die Probe muss vom Planktonnetz, in reinem tümpelwasser ausgewaschen werden.
 Dateigröße:  65.4 KB
 Angeschaut:  1056 mal

Für den Tümpel zu Hause.jpg



Bental.jpg
 Beschreibung:
Ein Wurfnetz für das Bental.
 Dateigröße:  53.94 KB
 Angeschaut:  1053 mal

Bental.jpg



Pelagial.jpg
 Beschreibung:
Grosses Planktonnetz an einem Stab für das Pelagial.
Grössere Netze müssen mit Schiffen eingesetzt werden.
 Dateigröße:  65.36 KB
 Angeschaut:  1047 mal

Pelagial.jpg




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