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Mikroskopie-Treff.de - Übersicht  -  Mikroskopie
Thema: Einige Präparationsmethoden für Streupräparate.

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 29.04.2012, 08:42
   Titel: Einige Präparationsmethoden für Streupräparate.

Antworten mit Zitat

Manchmal steht man vor Problemen, wie man Bakterien, Pilzsporen, Pollenkörner oder Phytoplankton tadellos präparieren kann.

Seit Jahren habe ich mir folgende, Methoden erarbeitet:

a) Bakterien.
Das ist von allen die einfachste Methode. Sie basiert auf der Deckglaspräparation.
Zuerst verschaffe ich mir, mit Zuchten auf (CASO)Bakterienagar, genügend Material. Schon hier könnte man mit Selektionierungs-methoden weit ausholen.
Dann reinige ich ein Deckglas mit 18x18mm Kantenlänge und lege es auf Bakterienkolonien. Dann drücke ich das Deckglas mit einem Glasstöpsel leicht an.
Den Glasstöpsel habe ich mir aus einem Rührstab gemacht. Den habe ich halbiert und das Ende mit den Bruchkanten mittels Bunsenbrenner zum Glühen gebracht und flach gedrückt. Diese Fläche verhindert das Brechen vom Deckglas auf den Kolonien.
Dann presse ich ein Deckglas 24x24mm an das mit 18mm Kantenlänge. Nun werden die Anhäufungen von Bakterien flach verteilt. Um noch eine transparentere Möglichkeit zu schaffen, drücke ich das Deckglas mit 24mm Kantenlänge nochmals an eines mit gleicher Grösse. Nun habe ich zwei Deckgläser mit Bakterien bestrichen, die ich nun weiter verarbeiten kann.
Drei geeignete Farbstoffe: Methylenblau, Löffler, Karbolfuchsin, saures Hämatoxylin, Ehrlich.

b) Pilzsporen.
Für Pilzsporen kann ich wie bei den Bakterien verfahren. Dies gilt allerdings nur für Pilze, die in Rasen wachsen.
Für Ascomyceten und Basidiomyceten muss man Teile vom Sporenteil auf Objektträgern, mittels einem zweiten OT so pressen, dass Saft auf dem OT zurückbleibt. Diesen Saft kann man austrocknen und färben.
Es wäre aber auch möglich, dass man den Presssaft mit einem Deckglas abklatscht und eine Deckglasfärbung macht.
Drei geeignete Farbstoffe: Lactophenolblau, Pianese Färbung, saures Hämatoxylin, Ehrlich.

c) Pollenkörner:
Hierzu möchte ich nur erwähnen, dass man Pollen, wegen der grossen Oberflächenspannung, nur schwer zentrifugieren kann. Wenn man mit Tensiden diese Spannung verringern möchte, können sie schrumpfen.
Besser ist es, wenn man die Antheren der Blüten auf einen Objektträger presst.
Dann muss man aber wissen, dass dest. Wasser, wegen dem osmotischen Unterschied zwischen Pollen und Wasser, die Pollen zum Platzen bringen können.
Am Besten ist Wasser, worin etwas Traubenzucker gelöst ist. Denn auch mit Zucker kann man eine isotonische Lösung herstellen (50g Traubenzucker auf 1Lt. Wasser).
Diese Lösung hat den Vorteil, dass sie das Ausschlauchen der Pollen begünstigt.

d) Phytoplankton:
Zuerst muss man das Phytoplankton vom Zooplankton trennen. Diese Trennung kann man mit einer Zentrifuge ausführen.
Zooplankton verdichtet sich schon bei 2’500G bis 3’000G. Nach 20 Minuten kann man das überschichtete Wasser mit dem Phytoplankton sorgfältig abschöpfen und nochmals mit 4'000G bis 6’000G, während 20 Minuten verdichten. Das überschichtete Wasser kann wieder sorgfältig abgeschöpft werden. Der letzte Milliliter wird aufgeschüttelt und auf einen OT gegossen.
Als OT benutze ich solche, bei denen ich zwei Deckgläser aufgekittet habe. In die Mitte kommt das Wasser mit dem Phytoplankton. Dann wird ein entsprechend grosses Deckglas aufgelegt und schon hat man ein Mikroaquarium (Höhe vom Innenraum = 0,17mm).
Zum Nachgiessen unter dem Deckglas benutze ich eine spitzige, gebogene Pipette. Diese habe ich aus einem dünnen Glasrohr selbst hergestellt.
Zudem kommen nur sterile Flüssigkeiten wie isotonische Kochsalzlösung, KSE-Lösung oder das Originaltümpelwasser zur Anwendung.
Wenn ich Plankton färben möchte, mache ich eine Deckglasmethode, ähnlich wie sie oben beschrieben ist. Ich klebe an ein Deckglas das wasserlösliche Einschlussmittel MEDIMOUNT (hängender Tropfen), dann lege ich dieses Deckglas auf einen Tropfen Planktonsuspension. Mit etwas Übung kann man solche Präparate auch färben und als Dauerpräparate in die Sammlung aufnehmen.
Farbstoffe: diese Rubrik ist bei mir noch im Experimentierzustand.

Noch einpaar generelle Empfehlungen:

a) Setzen Sie in der Mikropräparation niemals nur demineralisiertes Wasser ein! Das destillierte Wasser ist durch die Erhitzung auf 95°C dekontaminiert, was man bei einer kalten Entsalzung nicht sagen kann. Hier lohnt sich die Anschaffung von einem dest. Wasserapparat. Auf Jahre hinaus kann er amortisiert werden. Meiner kostete CHF 1'000.00, habe ihn aber schon seit 12 Jahren. Ein Liter dest. Wasser kostet im Handel CHF 12.00. Pro Jahr brauche ich 15 Liter dest. Wasser.

b) Setzen Sie bei lebenden Organismen niemals nur dest. Wasser ein. Das kann gewisse Organismen zum Schrumpfen, oder platzen bringen. Ich verwende sterile, isotonische Kochsalzlösung oder das Tümpelwasser, wo ich die Probe geschöpft hatte. Diese mache ich mittels Membranfiltern keimfrei.

c) Arbeiten Sie sauber und ohne grosse Tropferei. Das kann auch saubere Präparate garantieren.

d) Reinigen Sie vor dem Arbeiten alle Handutensilien mit einem organischen Lösungsmittel wie Ethanol 70%, 2-Propanol oder 2-Propanol-HCl 3%. Auch diese Massnahme kann ein späteres Kontaminieren verhindern. Zudem kleben Ihnen nicht Organismen, von vorherigen Präparationen, an den Geräten.

e) Arbeiten Sie wenn möglich mit Gummihandschuhen und Mundschutz. Besonders bei Bakterien und Pilzen ist diese vorsichtsmassnahme unerlässlich.
Auch Leute, die durch Heuschnupfen gefährdet sind sollten diese Vorsichtsmassnahmen anwenden.



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 Beschreibung:
Die beiden Stempel um ein Deckglas auf eine Kultur zu pressen.
 Dateigröße:  156.49 KB
 Angeschaut:  1171 mal

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 Beschreibung:
Spitze, gebogene Pipette für Wasserzufuhr im Mikroaquarium unter dem Mikroskop.
Daneben eine Pipette für ganz kleine Schnitte.
 Dateigröße:  123.62 KB
 Angeschaut:  1190 mal

k-P4294252.JPG



k-P4294251.JPG
 Beschreibung:
Feuchtkammer für einen Objektträger.
Den Rand kann man mit Schliffet abdichten.
 Dateigröße:  128.78 KB
 Angeschaut:  1169 mal

k-P4294251.JPG




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