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Thema: Berichterstattung in der Mikroskopie

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 03.06.2012, 19:15
   Titel: Berichterstattung in der Mikroskopie

Antworten mit Zitat

Oft kommt einen der Wunsch auf, dass man das, was man im Mikroskop sieht, anderen Leuten mitteilen möchte.

Die Enttäuschung ist aber gross, wenn die Mitmenschen mit den Bildern nichts anfangen können.

Meine jahrelangen Vorträge in Botanik haben mich gelehrt, dass man die Leute stufenweise auf ein Objekt führen muss.

Was heisst das?
Es ist unmöglich den Zuhörern ein mikroskopisches Bild vor die Augen zu legen, das ein Detail in x-facher Vergrösserung zeigt und von ihnen erwartet, dass sie wissen wovon man spricht. Im besten Fall werden solche Bilder dann als „Kunstwerke“ eingestuft.
Doch das ist für einen Mikroskopiker eher enttäuschend als erfreulich. Schliesslich möchte man mit dem Bild eine botanische Erscheinung beschreiben.

Was kann man tun?
Seit einiger Zeit beobachte ich in einem Forum, dass es Leute gibt, die umfassende Beschreibungen von Pflanzen geben. Bei diesen Berichten kann man von der sichtbaren Erscheinung bis zum mikroskopischen Detail schön fortschreiten. Die Bilder werden auch in einer richtigen Reihenfolge gezeigt.
Zuerst sieht man den Habitus von einer Pflanze. Dann kommen Detailaufnahmen (Morphologie) und schliesslich kann man das „Innenleben“ vom Objekt betrachten.
Zudem werden die systematischen Angaben sehr gut vermerkt.

Über Allem steht eine gewisse Ordnung, die einen auch zu einem logischen Ablauf leiten können. Solche Gedankenfolgen sind von grösstem Wert.

Wie muss man vorgehen, damit solche Berichte entstehen können?
Zuerst steht die Neugierde. Man möchte gerne wissen, wie eine Pflanze aufgebaut ist.
Dann kommt die Präparation von mikroskopischen Präparaten. Diese werden begutachtet – und schon kommt der Wunsch, wie schon erwähnt, dass man die schönen Bilder weitergeben möchte.

Also wird eine Dokumentaion über die Pflanze verfasst.

Man muss sich wieder an die Pflanze erinnern.
- Wo habe ich sie gefunden?
- Kann ich sie nochmals erreichen, damit ich sie an ihrem
Standort fotografieren kann?
- Was sind die morphologischen Hauptmerkmale von dieser
Pflanze – wie kann ich diese dokumentieren?

Der grosse Trick von einigen Mikroskopikern ist der, dass sie aus alten Pflanzenbüchern diese Details herauskopieren. Die schönen Bilder sind machmal eine wahre Freude.

Wie sieht es mit der Bestimmung und der Taxonomie aus?
Neuerdings kann man die meisten Pflanzen im Google finden. Wenn man einigermassen den Namen weiss, ist die ganze Nomenklatur und Taxonomie auffindbar.

Allerdings arbeite ich auch heute noch mit Bestimmungs-büchern und lasse mir von Google nur noch den Namen bestätigen.

Für die Taxonomie verfüge ich über eine Datenbank mit 20'000 Gattungsnamen, taxonomisch eingereiht.
Eine solche Zusammenstellung kann ich jedermann nur
empfehlen – allerdings brauchte ich ca. 16 Jahre bis sie für meine Ansprüche tauglich wurde.

Die Taxonomie soll folgende Stufen aufzeigen:
- (ev.) Klasse
- Ordnung
- Familie
- Gattung
- Art (Lateinisch)
- Art (Deutsch)

Es ist zu begrüssen, dass man neben der offiziellen Nomenklatur auch Synonyme und volkstümliche Namen erwähnt.

Auch Eigenheiten von einer Pflanze können erwähnt werden (Heilpflanze etc.).


Nun haben wir die Stammpflanze dokumentiert. Jetzt geht es an das mikroskopische Bild.

Zuerst werden die anatomischen Details genau beschrieben. Das ist wichtig, damit man weiss was man fotografiert hat. Hierzu ist eine einschlägige Fachbibliothek unerlässlich.

Dann kommen die präparationstechnischen Angaben:
a) Schnittrichtung.
b) Schnittart.
c) Schnittdicke.
d) Färbung.
e) Einbettung.
f) Mikroskopische Beleuchtungsart.
g) Optik-Kombination.
h) Vergrösserung (Linearvergrösserung).
i) Dimensionen in µ.
j) Wenn man Freude daran hat, kann man auch
Grössenvergleiche anstellen.

Zuletzt kommt es auch noch auf ein ansprechendes und übersichtliches Layout an.

Was nützen einen alle noch so wertvollen Angaben, wenn sie nicht auffindbar sind?
Wenn alle an einem unübersichtlichen Knäuel zusammen- gepfercht sind?

Oder, wie ich auch schon gesehen hatte, dass zu viele Angaben auf einen Punkt konzentriert sind?

Es ist besser, wenn man verschiedene Angaben hat, diese so zu bündeln, dass man sie bequem überblicken kann.

Schliesslich arbeitet man dafür, dass andere Leute, dank einer Dokumentation, Informationen bekommen können
– und das ohne grosse Rückfragerei an den Autor.


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