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Thema: Ein Mikroaquarium für Planktonbeobachtung

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 06.07.2013, 06:30
   Titel: Ein Mikroaquarium für Planktonbeobachtung

Antworten mit Zitat

Ein Mikroaquarium für Planktonbeobachtung

Oft wird durch das Gewicht von einem Deckglas das Plankton entweder zerquetscht oder es wird in seiner Bewegung blockiert.

Zudem hat man, mit einem gewöhnlichen Deckglas, meistens einen zu kleinen Ausschnitt um sich schnell eine Übersicht über den Artenreichtum zu verschaffen.

Diesem Miss-Stand kann mit einem Mikroaquarium abgeholfen werden.

Seit Jahren benutze ich, für diese Zwecke, einen Objektträger, bei dem ich auf beiden Seiten ein 24x24mm Deckglas hingeklebt habe (es muss mit einem Gewicht plan gehalten werden).
Über diese Deckgläser lege ich eines im Format 24x36mm.
Im entstehenden Zwischenraum gebe ich das Probenwasser hinein.
Das Aquarium hat einen Freiraum von 0,17mm und eine Fläche von 28x24mm. Ein freier Raum mit genügend Platz für das Plankton.
Es ist aber wichtig, dass mit einem Saugpapier so lange Wasser abgesaugt wird, bis das Deckglas nicht mehr schwimmt.

Wenn das Aquarium fertig ist, gebe links und rechts vom oberen Deckglas einen Tropfen schell härtendes Einbettharz dazu. Sobald es hart ist, kann ich sogar mit Ölimmersionen arbeiten.

Der Unterschied der Objektträgerbreite (26mm) zur Deckglasbreite (24mm) nutze ich für Wassernachschub, wenn es während der Beobachung verdunstet, ergänzt man es wieder. Das kann man gut auf dem Objekttisch machen. Dieses Wasser wird mit einer Kapillarpipette nachgetropft.

Viele Mikroskopiker geben an den Ecken von Deckgläsern Vaseline hin, damit es einen Zwischenraum gibt. Das wird auch bei Deckgläsern von 24x24mm ein Geschmier. Zudem ist die Arbeitsfläche enorm eingeschränkt. Mit Ölimmersionen kann man nicht arbeiten.

Noch eine Bemerkung zum Wasser.
NIEMALS destilliertes -, oder Hahnenwasser verwenden. Beide zerstören mit ihrer Osmolarität das Plankton.

Zur Not geht sterile, physiologische Kochsalzlösung.

Besser ist sterile KSE-Lösung (Knop-Solutio isotonii-Erdabkochnung).

Das Beste ist aber steriles Originalwasser vom Gewässer, wo man das Plankton her hat.
Wenn ich Plankton fische, nehmen ich ca. einen Liter Wasser mit nach Hause. Das sterilisiere ich mit 1,2µ Membranfiltern in sterile Stechampullengläser.
Diese werden mit Roten Etiketten „Nur für technische Zwecke“ markiert.
Die Beschriftung lautet:
- Namen vom Tümpel
- pH Wert
- Redoxpotential
- Datum

Solche „Konserven“ können unverändert Jahrelang aufbewahrt werden.

Das Tümpelwasser darf niemals abgekocht werden. Sonst ist die Zusammensetzung zerstört. Das hätte dann auch die Zerstörung der Planktonprobe zur Folge.

Wenn ich mit der Durchmusterung nicht fertig werde, lege ich den Objektträger in eine Mini-Feuchtkammer, gebe einige Tropfen steriles Tümpelwasser hinzu und verschliesse sie mit einer Glasplatte, die ich mit Schliff-Fett abdichte.

Die längste „Lebensdauer“ von einem solchen Präparat war 5 Tage.
Nach fünf Tagen konnte ich die Algen noch im normalen Zustand beobachten.

In der Hydrobiologie muss man steril arbeiten können, wenn man das Plankton gewissenhaft beobachten will.
Das will nicht heissen, dass man teure Laminarflows kaufen muss, die sehr viel Platz benötigen.
Vielmehr soll man sauber arbeiten. Die Handutensilien sind mit Ethanol zu reinigen. Die Gefässe soll man mit Ethanol ausspülen und mit min. 94°C trocknen.

Wenn man mit Ölimmersionen arbeitet, kann es sein, dass sich das obere Deckglas etwas durchbiegen kann. Schliesslich ist die Tiefenschärfe von solchen Objektiven sehr gering (z.T. unter 0,17mm).
Doch das halten die grossen Objektträger problemlos aus. Mir ist bis Heute noch kein Deckglas gebrochen, auch wenn ich das 100er jeweils verwende. Klar, es ist äusserste Vorsicht geboten. Hier geht es um 1/10 Millimeter und ein Verkratzen von einer Frontlinse wäre ein irreparabler Schaden.

Alles hat seinen Preis, auch die einfache Beobachtung von Plankton. Doch zeigt sich der Erfolg schnell, wenn man richtige Vorkehren trifft, damit man nicht wahllos Plankton zerstört.

Siehe auch den Bericht: "Planktonbeobachtung"

Mit freundlichen Grüssen
Walter Nänny

ACHTUNG!
Austechnischen Gründen kann ich noch keie Bilder einstellen.
Ich werde sie aber sobald als möglich nachholen.



Objektträger für Planktonbeobachtung.jpg
 Beschreibung:
Schematische Darstellung vom Mikroaquarium.
 Dateigröße:  76.52 KB
 Angeschaut:  1161 mal

Objektträger für Planktonbeobachtung.jpg



2013-07-05-14.59.20 ZS PMax.jpg
 Beschreibung:
Ketten von eisenbakterien im Phasenkontrast.
WILD Fluotar 50x/1,0 HI
Länge = 0,71µ
 Dateigröße:  252.91 KB
 Angeschaut:  1134 mal

2013-07-05-14.59.20 ZS PMax.jpg



Pilzspore 1.JPG
 Beschreibung:
Vor solchen Pilzsporen muss man sich hüten. Plötzlich können sie ausschlauchen und eine ganze Kultur zerstören.
Länge 9,4µ / Breite 4,7µ
 Dateigröße:  259.5 KB
 Angeschaut:  1137 mal

Pilzspore 1.JPG




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