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Mikroskopie-Treff.de - Übersicht  -  Mikroskopie
Thema: Hängender Tropfen in der Mykologie

 
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Mosaik



Anmeldung: 03.11.2010
Posts: 66
Wohnort: CH-8804 Au ZH

BeitragVerfasst am: 21.09.2017, 13:16
   Titel: Hängender Tropfen in der Mykologie

Antworten mit Zitat

In der Mykologie ist es notwendig, dass man einzelne Hyphen und Sporenträger lebend beobachten kann. Doch sind sie in einer ganzen Kultur zu dicht beieinander.
Auch das klassische Mikropräparat kann nicht unbedingt befriedigende Resultate bringen.
Die beste Lösung ist der hängende Tropfen. Das will heissen, dass man einen Tropfen Nähragar an ein Deckglas schmilzt und verkehrt auf einen Hohlschliffobjektträger legt. Um die Distanz zwischen Deckglas und Objektträger zu verbessern, wird ein O-Ring dazwischen gelegt. Damit diese Mikrokultur nicht austrocknet wird im Hohlschlff-Objektträger ganz wenig isotonische Kochsalzlösung (0,90%) – steril getropft (erstes Bild).

a) Instrumentarium
- Feuchtkammer 90mm x 40mm x 11mm steril.
- Hohlschliffobjektträger steril.
- O-Ring 24mm Durchmesser dekontaminiert. Fixieren mit MEDI-MOUNT.
- Deckglas 24x24mm mit wenig Nähragar aufgeschmolzen.
- Das alles, sinngemäss steril.

b) Kulturen
- Ansetzen der Kultur mit KIMMIG-B1 / KIMMIG-M-B1 / M-Agar-B1 auf
einem Deckglas. Der Tropfen muss auf einer Heizplatte an das Deckglas
geschmolzen werden.
Der Hinweis B1 heisst, dass der Agar mit Vitamin B1 angereichert ist.
- Probenahme von einem Pilz aus einer Petrischalenkultur. Abtupfen der
Kultur, mit dem Agar am Deckglas, genügt.
- Auflegen vom beimpften Deckglas auf den O-Ring und das Ganze in eine
Feuchtkammer legen.
- Abdichtung der Kammer mit GLISSEL-Schliff-Fett.
- Klimatisierung in einer Feuchtkammer bei Zimmertemperatur (25°C) oder
- Klimatisierung in einer Feuchtkammer bei 30° C thermostatisiert im
Wärmeschrank.
Die Entwicklungsdauer ist von Fall zu Fall verschieden. Am Besten ist, die
Kultur täglich mit dem Stereomikroskop kontrillieren.
- Das alles, sinngemäss steril.

c) Auswertungen
- Beobachtung der Kultur mittels Stereomikroskop in der Feuchtkammer
(AL und DL).
- Beobachtung der Kultur mittels konventionellem Mikroskop ohne
Feuchtkammer.
- Beobachtung der Kultur zwecks Artenbestimmung an Hand der
Sporenträger und der Hyphenformen.
- Beobachtungen mittels Hellfeld und Phasenkontrast
Dazu benutze ich Kondensoren 0,50 n.A. HF und PH mit 20mm
Schnittweite.


Ein Problem und dessen Lösung:
Beim Jagen von Pilzschädlingen in Pflanzen stiess ich, bei einem Gewebequerschnitt, auf blaue Fäden in einem roten Gewebe.
Nun hatte mich das Bild etwas verwirrt (zweites Bild).
Der Schnitt war mit dem Pianesefarbstoff gefärbt und sollte rote Fäden zeigen. Normal zeigt das Pianesegemisch zwischen grünen Zonen, rote Hyphen.

Nach langem Nachdenken fand ich heraus, dass der Pilz die Eigenschaft aufweist, blaue Pigmente zu produzieren. Eine Mikrokultur im hängenden Tropfen hatte mir die Bläuung bewiesen (drittes Bild).
Schliesslich hatte ich die Gattung gefunden. Es handelte sich um FUSARIUM spec.
Diesen Nachweis haben nur lebende Hyphen bringen können. Aber solche sind in den Reinkulturen, wie schon erwähnt, dermassen dicht, dass man sie auch mit einem Auflichtmikroskop nicht einzeln beobachten kann. Dank dem hängenden Tropfen konnte ich den Beweis erbringen.

Die Idee von diesem Präparierverfahren stammt nicht von mir. Schon Dr. Robert Koch hatte sie gekannt. Dank dieser Methode konnte er die Tuberkulosebakterien finden.

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung: walter.naenny@bluewin.ch



_7200021.JPG
 Beschreibung:
Feuchtkammer mitDeckel und
Hohlschliffobjektträger, O-Ring und Deckglas 24x24mm
 Dateigröße:  6.21 KB
 Angeschaut:  777 mal

_7200021.JPG



B 50x HI + CMOS 050 + 1,25x PH Hu75%.jpg
 Beschreibung:
Blaue Hyphen in rot gefärbten Gewebe.
 Dateigröße:  196.47 KB
 Angeschaut:  59 mal

B 50x HI + CMOS 050 + 1,25x PH Hu75%.jpg



20x + CMOS 037 + 1,25x HF Hu75%.jpg
 Beschreibung:
Die blau pigmentierte Hyphe im hängenden Tropfen.
 Dateigröße:  118.7 KB
 Angeschaut:  59 mal

20x + CMOS 037 + 1,25x  HF  Hu75%.jpg




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